10 Gründe, warum du auch mal
alleine reisen solltest


Okay, kommen wir direkt zur Sache: was bitte soll so toll daran sein, alleine zu reisen?
Ist das nicht gleichbedeutend mit: einsam, gefährlich, langweilig??
– Von wegen!

Lies weiter – und ich verspreche dir, dass mit deiner ersten Soloreise ganz besondere Erlebnisse auf dich warten!

Ich selbst reise sowohl gerne alleine, als auch mit meinem Partner zusammen. Beides hat etwas für sich.
Für mich gilt:
1. Alleine reisen ist besser als nicht zu reisen.
2. Das soll jedoch nicht bedeuten, alleine zu reisen sei nur eine Notfalllösung, falls sich kein passender Reisebegleiter finden lässt. Ich entscheide mich auch schon mal ganz bewusst dafür, denn es gibt einige gute Gründe, auch mal alleine zu reisen:



#1 Du reist wann du willst.
Bei rechtzeitiger Absprache mag es noch gelingen, sich zur gleichen Zeit wie der Partner oder die beste Freundin Urlaub zu nehmen. Was aber, wenn du lieber in der Nebensaison verreisen möchtest, weil es da insgesamt ruhiger zugeht oder alles etwas günstiger ist, deine Freundin aber schulpflichtige Kinder hat und außerhalb der Feriensaison nicht weg kann?
Auch die An- und Abreisetage kannst du freier wählen, falls du Flugpreise vergleichst und einen möglichst günstigen Flug ergattern willst.
Reist du alleine, kannst du darüber hinaus auch alleine entscheiden, wie lange du unterwegs sein möchtest. Auch wenn ein Urlaub prinzipiell nicht lang genug sein kann :-) so reist man für gewöhnlich doch zusammen an und ab, sodass deshalb auf eine Verlängerung oder Verkürzung seitens einer der Personen (z.b. aus zeitlichen oder finanziellen Gründen) eher verzichtet wird.
Je spontaner und kurzfristiger ihr eine gemeinsame Reise plant, desto schwieriger wird es, zeitlich und finanziell auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.



#2 Es ist dein finanzieller Rahmen.

Mit der Wahl des Verkehrsmittels, mit dem du an dein Zielort kommst, geht es bereits los. Vielleicht bist du bereit, eine etwas längere Anreise in Kauf zu nehmen, wenn du dabei 200€ sparst, während dein Partner jeden Preis bezahlen würde, wenn er sich nur in kürzester Zeit dort hin beamen könnte. Hier spielt auch wieder die zeitliche Flexibilität (Punkt 1) eine Rolle.

Je mehr die Vorstellungen deines Reisepartners bezüglich Verkehrsmittel, Unterkunft und Freizeitgestaltung von deinen abweichen, desto unterschiedlicher werden auch eure Vorstellungen davon ausfallen, wie viel wofür auszugeben ist. Reist du aus Notwendigkeit oder freiwillig mit eher knappem Budget, dein Partner aber nicht, wirst du möglicherweise ungewollt zur „Spaßbremse“. Verfügst andererseits du über ein vergleichsweise höheres Reisebudget, wirst du dich wahrscheinlich nur ungern einschränken wollen und vielleicht den Anderen des Öfteren einladen, damit ihr mehr zusammen an kostenpflichtigen Aktivitäten teilnehmen könnt. Ist mal eine nette Geste, auf Dauer aber unbefriedigend.

Unterschiedliche finanzielle Rahmen sind bei einer gemeinsamen Reise nicht zu unterschätzen. Reist du alleine, kannst du so viel oder so wenig ausgeben, wie du möchtest, ohne dich ständig absprechen oder Kompromisse eingehen zu müssen.



#3 Du hast mehr Freiheit.

Kompromisse sind eine gute und wichtige Sache. Da aber gerade Reisen für dich vermutlich nichts Alltägliches ist, hat es doch einen ganz besonderen Reiz, im Urlaub einfach mal das tun zu können, was DU und nur du alleine möchtest, oder nicht?
Mal nicht abstimmen müssen, wie das Tagesprogramm aussehen soll, welche Sightseeing-Tour den Ansprüchen aller Reisepartner gerecht wird, und keine Diskussionen darüber führen, ob man sich an den nahegelegenen Touristrand legen oder doch lieber eine Stunde aus dem Ort 'raus, an einen menschenleeren Strand fahren soll.
Mit Menschen, die du unterwegs kennenlernst, unternimmst du so viel oder so wenig, wie es die gut tut, du bist zu nichts verpflichtet.
Dein Urlaub ist zu wertvoll für zu viele Kompromisse. Gestalte ihn nach deinen Vorstellungen.



#4 Neue Perspektive auf das Zwischenmenschliche

Wenn du alleine reist, lernst du in unterschiedlichsten Situationen neue Menschen kennen. Wenn man (mindestens) zu zweit unterwegs ist, bleibt man auch eher unter sich. Selbst wenn ihr nicht bewusst versucht, euch von Einheimischen und anderen Reisenden abzugrenzen, so bildet ihr dennoch eine „natürliche“ Einheit mit der Tendenz, unter euch zu bleiben, also mehr gemeinsam zu unternehmen als aktiv auf andere Menschen zuzugehen. So schön es auch ist, mit einem Partner oder FreundIn gemeinsam etwas zu erleben, so bereichernd ist es auch, neue Menschen auf Reisen, in einem fremden Land kennenzulernen.

Ob Einheimische oder andere Reisende: mit ihnen ein paar Stunden oder sogar Tage deines Lebens zu verbringen, kann dir völlig neue Erfahrungen von Zwischenmenschlichem bieten: Gastfreundschaft, Hilfe und Unterstützung von völlig Fremden, mit Menschen, die du gerade eben erst kennengelernt hast, Momente zu erleben, die du nie mehr im Leben vergessen wirst. Es würde den Umfang dieses Beitrags absolut sprengen, würde ich beginnen, aufzuzählen, was für positive Lektionen allein auf zwischenmenschlicher Ebene auf dich warten, wenn du dich auf neue Menschen einlässt. Nirgendwo fällt dies leichter als auf Reisen. Was für unerfahrene Skeptiker schwer zu glauben sein mag, kann dir jedoch jeder bestätigen, der mindestens einmal alleine losgezogen ist.

Die Welt ist voller Menschen, die so ticken wie du. Erweitere deinen Freundes- und Bekanntenkreis indem du dich auf Reisen auf neue Menschen einlässt. Du wirst sehen: du bist niemals allein und aus Fremden können innerhalb kürzester Zeit Menschen werden, die du ein Leben lang nicht mehr vergisst. Und nein, diese Erfahrung bleibt nicht nur den besonders Extrovertierten vorbehalten!



#5 Erweitere deinen Horizont.
Je mehr Gewohntes du dabei hast (ob nun Personen, Gewohnheiten, Gegenstände), desto weniger lässt du dich auf Neues ein.
Nimmst du z.B. deine Frühstücksflocken mit, auf die du nicht verzichten möchtest, entscheidest du dich damit dagegen, dich für die zwei Wochen Urlaub auf das Frühstücksangebot vor Ort einzulassen. Ähnlich verhält es sich mit deinem Reisepartner. Egal ob es sich dabei um deine beste Freundin, deinen Lebenspartner oder ein Elternteil handelt: alleine dadurch, dass ihr eine gemeinsame Sprache sprecht, die nicht identisch ist mit der des Urlaubslandes, neigt ihr dazu, euch mehr miteinander zu unterhalten, als auf Fremde zuzugehen und mit ihnen ein Gespräch anzufangen (und zwar egal, wie gut oder schlecht dein Englisch ist). Sich an das Vertraute und Altbewährte zu klammern, ist völlig normal!
Je mehr du dich aber mit dem beschäftigst, was du bereits kennst – jedes Jahr das gleiche Restaurant, der gleiche Urlaubsort, die gleichen Urlaubsaktivitäten – desto mehr entgeht dir die Gelegenheit, deinen Horizont zu erweitern, Neues kennenzulernen und die unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten kennenzulernen, die dir das Leben bietet, wenn du das Vertraute mal für eine Weile loslässt.



#6 Du lernst, dir und deinen Fähigkeiten zu vertrauen.
So ein Auslandsaufenthalt hält einige Herausforderungen parat. Wenn du dich nach einer Soloreise hinsetzt und deine Erfahrungen noch einmal reflektierst, wirst du mindestens eine Sache ohne jeden Zweifel feststellen können: du kannst nahezu jede Situation meistern! Dinge, mit denen du dich in der Form im Alltag nicht groß beschäftigen musst, haben während der Reise auf einmal eine große Rolle gespielt. Wie komme ich von A nach B? Wie verständige ich mich? Wie kann ich Dinge so umsetzen, wie ich es mir vorgestellt habe? Du bist auf einmal darauf angewiesen, mit Fremden in einer Sprache zu kommunizieren, die du vielleicht nicht fließend beherrscht? Unmöglich? Von wegen! Die Erfahrung, solche Situationen gemeistert zu haben, werden dir ein Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten verpassen, von dem du noch lange nach der Reise, in deinem Alltag, profitieren wirst! Wachse über dich hinaus!
Dank Internet ist es heute so einfach wie nie zuvor, alleine in einem fremden Land zurechtzukommen.



#7 Noch mehr Möglichkeiten für deine Persönlichkeitsentwicklung
Weiter 'raus aus der Komfortzone geht es für diejenigen, die alleine losziehen und offen sind für die Vielfalt an neuen Erfahrungen, die eine Reise zu bieten hat.
Mal alleine sein, ohne dich dafür rechtfertigen zu müssen – die Gelegenheit, über dich, dein Leben, den Sinn dieser Reise oder was auch immer dich beschäftigt, nachzudenken. Diese Gelegenheiten kannst du dir so oft und so lange bieten, wie du möchtest, ohne dass diese nachdenklichen Momente durch ein vorher vereinbartes Pflichtprogramm immer wieder unterbrochen werden.
Oder mal ein Gespräch mit Fremden beginnen, ohne dass ein Reisepartner sich vernachlässigt fühlt. Dabei mal über ein ganz neues, spontanes Thema sprechen, das beide berührt und zwei bisher Fremde binnen weniger Momente tief verbindet.
Du hast also viel mehr die Chance, dich mit dir selbst zu beschäftigen und alles, was während der Reise passiert, alle Ereignisse und Begegnungen, mit dir ganz persönlich in Verbindung zu bringen.
Möchtest du mehr über dich selbst lernen, solltest du unbedingt mal alleine verreisen. Ganz klar. Dann bist du weniger abgelenkt durch deinen dir vertrauten Reisepartner und die von euch gemeinsam besprochene Freizeitgestaltung. Beim gemeinsamem Reisen steht dagegen nicht selten ein bestimmtes Programm im Vordergrund: Party, Museum besuchen, Sightseeing. Reist du alleine, kannst du dir theoretisch natürlich auch ein volles Programm für deinen Urlaub planen. Lässt du das aber mal sein, kannst du unter anderem wunderbar beobachten, wie du auf Unvorhergesehenes reagierst. Was sagt dir das über dich selbst?



#8 Mehr Spontaneität
Einfach mal eine spontane Tagestour zum Nachbarort, mal ausschlafen, obwohl es heute eigentlich um 8 Uhr ins Museum gehen sollte. Vor Ort die geplante Reihenfolge für die Sehenswürdigkeiten doch komplett über den Haufen werfen und dein Urlaubsprogramm neu gestalten. Musst du dich da mit jemandem absprechen, stößt du wahrscheinlich schnell an Grenzen, nämlich die der Geduld und Spontaneität deines Reisepartners. Dabei müssen wir doch schon im Alltag ständig irgendwelche Termine einhalten und Vieles im Voraus planen. Oft können wir Dinge nicht einfach dann erledigen, wann uns danach ist, oder sie bleiben lassen, wenn wir uns gar nicht damit beschäftigen wollen. Die volle Freiheit, spontan entscheiden zu können, wann du was unternehmen willst, und es dir jederzeit kurzfristig wieder anders überlegen zu können, hast du nur, wenn du alleine reist.



#9 Vertrauen in (das) Unbekannte

Wir vertrauen demjenigen, den (und was) wir kennen, dem, was uns vertraut ist. Das ist ganz natürlich. Die Medien allerdings verstärken unsere Angst vor dem Unbekannten, vor dem Fremden, dem was sich angeblich oder tatsächlich von uns unterscheidet. Statt Gemeinsamkeiten zu betonen, werden die viel weniger vorhandenen Unähnlichkeiten immer wieder in den Fokus gestellt. Jeder, der schon mal alleine gereist ist, wird dir von unzähligen, positiven Begegnungen mit Menschen anderer Kulturen erzählen können,
von der Gastfreundschaft,
von dem was ihnen gegeben wurde, obwohl sie Fremde waren,
von der Hilfsbereitschaft, die sie überall auf der Welt erfahren haben, und zwar nicht nur von Mitarbeitern der Touristeninformation und Hotelrezeption, sondern von Einheimischen wie du und ich.
Reist du alleine, wirst du wahrscheinlich häufiger mit dir bisher fremden Menschen in Kontakt kommen (anstatt dich überwiegend auf deinen Reisepartner zu konzentrieren). Diese positive Erfahrung, dass du mit (noch) Fremden mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede hast, und du demnach den meisten Menschen vertrauen kannst, hat das Potenzial, in dir ein Urvertrauen zu wecken, das dein Welt- und Menschenbild nachhaltig positiv beeinflussen wird.



#10 Du kannst auch weiterhin mit Partner reisen.
Keine Sorge, nur weil du auch mal alleine reist, wird man dich nicht für einen Sonderling halten, der keine Freunde hat. Viele Menschen da draußen reisen alleine. Einige öfters, andere ab und zu. Ich kenne Familien mit Kindern, bei denen ein Elternteil auch mal alleine verreist. Sind alle Beteiligten damit einverstanden, ist das völlig legitim. In Begleitung zu reisen, hat selbstverständlich auch seinen Reiz. Die Erfahrungen, die man macht, unterscheiden sich eben nur jeweils und daher weiß ich beide Arten zu reisen zu schätzen.
Du kannst alleine reisen. Und mit Partner. Nur eben nicht beides auf einmal.


Du bist niemals alleine.
Auch das wird dir jeder Soloreisende versichern: ziehst du alleine los, wirst du unterwegs nur dann alleine bleiben, wenn du das möchtest. Ansonsten finden sich diverse Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen. Und eins ist sicher: nirgendwo fällt das Kennenlernen neuer Leute so leicht wie auf Reisen! (und nein, du musst dafür nicht besonders extrovertiert sein)


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*