Diese Dinge halten dich vom Reisen ab?

Falls dich vom Reisen lediglich die Tatsache abhält, dass du niemanden hast, der mitkommt und du Bedenken oder keine Lust hast, alleine zu reisen, schau doch mal bei diesem Artikel vorbei.
Halten dich aber noch andere Gründe davon ab, überhaupt zu reisen, oder kennst du jemanden, auf den das zutrifft, einen Reisemuffel zum Beispiel, dann lies weiter und erfahre, was du dagegen tun kannst!



Reisen ist (zu) teuer.
Eins vorab: Reisen kann teuer sein, muss es aber nicht. Und, ob etwas teuer ist, oder nicht, hängt von drei Dingen ab:
- wie viel Geld du zur Verfügung hast,
- welche Ansprüche du hast,
- deinen Glaubenssätzen



Ich kenne Leute, die um einiges mehr verdienen als ich und beim Thema Reisen als allererstes das Kosten-Argument anführen. Gleichzeitig kenne ich diverse Personen in meinem Alter, die mit einem Bruchteil dessen, was ich ausgebe, schon um die halbe Welt gereist sind.
Die meisten Menschen haben den starken Glaubenssatz „Mit Geld kann man sich (fast) alles kaufen“ und damit einhergehend auch „Ohne Geld kann ich mir nix leisten“.
Also: ohne Moos, nix los? Von wegen. Lasse den Glaubenssatz los, dass Reisen grundsätzlich teuer sein muss, und du wirst erstaunt sein, wie viele Möglichkeiten sich dir bieten, so einiges von der Welt zu sehen. Dich mit deinen Glaubenssätzen zu beschäftigen und deine wahren Bedürfnisse herauszufiltern ist übrigens Teil jeder Persönlichkeitsentwicklung.

Wie du dir das Reisen leisten kannst?

– Verkaufe unnötigen Besitz und überprüfe deine Lebenshaltungskosten ganz penibel. Hier besteht sehr oft ein großes Potenzial, deine Reisekasse aufzustocken.
– Ein Besuch bei Oma und Opa kann manchmal auch eine Option sein – natürlich hoffentlich primär aus anderen Gründen!
– Finanziere dir eine längere Reise indem du unterwegs arbeitest.

An dieser Stelle könnte ich dir eine Liste mit Links zu Seiten bieten, auf denen du hierzu konkrete Tipps findest. Ich bin mir aber sicher, das schaffst du auch alleine! Gib einfach die entsprechenden Suchbegriffe in deine Lieblingssuchmaschine ein. Um zu reisen, benötigt man ohne Zweifel Geld. Wie viel jedoch, das variiert ganz stark und hängt nicht zuletzt von deiner Flexibilität und deinen Bedürfnissen ab. Erfahrungsgemäß gilt: wer es wirklich will, findet auch einen Weg, jedenfalls in unserer westlichen Gesellschaft. Dieses Thema wurde im Internet schon unzählige Male diskutiert. Daher: nutze die Suchmaschine!



Reisen ist Luxus

Einsame Strände und schöne Landschaften sehen ja ganz nett aus, aber wirklich lebensnotwendig ist Reisen ja nun nicht?! Warum solltest du dafür also Geld ausgeben? Ich verrate es dir: weil Reisen zwar bedeuten kann, dass du dich zwei Wochen lang in einer Hotelanlage jeden Tag nur an den Pool legst. Muss es aber nicht. Derartiger Urlaub spricht dich so gar nicht an? Mich auch nicht. Für dich klingt das nach reiner Geldverschwendung? Ich würde mich regelrecht zu Tode langweilen. Wenn dir aber erst mal klar geworden ist, dass Reisen einfach mehr kann (dafür ist diese Webseite da), wirst du Reisen nie wieder mit Geldverschwenden gleichsetzen und dich schon bald auf den Weg zu deiner persönlichen "Erlebnisreise" machen.



Auf Balkonien ist es doch auch schön.

Zuhause ist es auch schön, definitiv. Zumindest richte ich mir mein Zuhause so ein, dass ich es dort schön finde und mich wohl fühle. Wer jedoch in seinem Leben niemals weiter als bis zur Nachbarstadt gekommen ist, der verpasst etwas ganz Entscheidendes: die Horizonterweiterung, den Blick über den Tellerrand. Ich behaupte sogar, dass hierfür ein Blick über die Landesgrenze vonnöten ist. Und zwar live und durch eigene Erfahrung, nicht durch die Nachrichten, mit denen die Medien es tagtäglich schaffen, DEIN Bild von der Welt da draußen zu formen.

Ich sage nicht, dass es der Flug ans andere Ende der Welt sein muss. Es kann auch ein Ausflug nach Portugal oder Frankreich sein, oder nach Polen, oder oder. Aber: verlasse Balkonien, gehe raus in die Welt.
Hier spricht die Trägheit. Oder der Wunsch nach Ruhe und die Sorge, da draußen könnten dich die ganzen Reize überfordern. Trifft das zu, lies diesen Artikel.



Im Ausland ist es mir zu gefährlich.
Wie hoch wir eine Gefahr einschätzen, und wie hoch sie tatsächlich, also statistisch gesehen, ist, das kann extrem voneinander abweichen. Wer in den Medien jeden Tag etwas von einem Terroranschlag, einem Zugunglück oder einer Vergewaltigung hört oder liest, für den lauert die Gefahr irgendwann tatsächlich an jeder Straßenecke. Und im Ausland erst recht. Vor allem in Ländern, in denen wir selbst noch nie gewesen sind. Woher wollen wir auch wissen, wie es dort wirklich zugeht?

Fakt ist: auch in Deutschland werden Menschen täglich Opfer krimineller Handlungen. Sogar Terroranschläge finden hierzulande statt. Bleibst du aber deswegen zuhause? Oder gehst du weiterhin jeden Tag zur Arbeit, triffst dich mit Freunden und machst am Wochenende einen Ausflug mit dem Fahrrad?
In meinem familiären und Bekanntenkreis sind schon mehrere Personen gestorben oder haben sich schwer verletzt – und zwar zuhause oder in ihrem gewohnten Umfeld. Du siehst, die Gefahr kann überall lauern.

Unsere Angst vor dem Unbekannten wird tagtäglich durch die Medien geschürt. Tagtäglich reisen aber auch Menschen, teilweise ganz alleine, durch die Welt.

Als Frau seit Jahren alleine mit dem Fahrrad durch die Welt.
Per Anhalter durch den mittleren Osten und ganz Südamerika (ein Freund von mir).
Mit dem Fahrrad von Portugal nach Südafrika.
Eine Schweizerin zu Fuß von Sibirien nach Australien.
Zu Fuß einmal um die Welt.

Die Liste ließe sich noch lange fortführen, das sind wirklich nur wenige Beispiele. Ihre Neugier und der Wunsch, mehr von der Welt zu sehen als das, was innerhalb der Landesgrenzen ihrer Heimat liegt, sind größer als ihre Ängste, die sie ganz sicher auch haben.
Es sind mittlerweile so viele Menschen, die überwiegend positive Erfahrungen auf Reisen machen – danke dem Internet für die Möglichkeit, all diesen Abenteuern virtuell folgen zu dürfen – dass nur noch absolute Pessimisten und Schwarzmaler sagen können: „diese Menschen sind aber naiv, früher oder später wird ihnen auch etwas passieren. Die Welt ist einfach ein gefährlicher Ort“. Schlimme Dinge passieren. Aber noch mehr gute Dinge geschehen jeden Tag. Es liegt an dir, was davon du mehr Aufmerksamkeit schenken möchtest.

Du kannst auch die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigem Amtes konsultieren. Hierbei ist zu beachten, dass in nahezu jedem Land etwa vor Taschendieben gewarnt und zur erhöhten Vorsicht bei Menschenansammlungen aufgerufen wird. Nichts, worauf ich zuhause nicht ohnehin schon achten würde. Lies hierzu auch Punkt 4 in diesem Artikel.

In jedem Land der Welt gibt es übrigens Ärzte und Krankenhäuser, falls nötig auch Tierärzte. Es ist heutzutage so einfach wie noch nie, diese über das Internet ausfindig zu machen, auf Karten deren genauen Standort zu bestimmen und dich schlau zu machen, mit welchen Verkehrsmittel zu dorthin gelangst. Es ist alles eine Frage der sorgfältigen Planung, und kein Hexenwerk.

Darüber hinaus gibt es Auslandskrankenversicherungen (auch für Hunde, z.B. bei der AGILA), sowie Versicherungen, die Schäden an deinem Auto abdecken.



Ich kann die Landessprache nicht und mein Englisch ist so schlecht.

Ich kann vier Sprachen und war bisher schon in neun Ländern, in denen mir keine davon großartig weitergeholfen hätte. Okay, Englisch zu können, das hat mir tatsächlich etwas gebracht, doch viele Einheimische, denen ich unterwegs begegnet bin, auch junge, konnten kein Englisch. Mit anderen Reisenden hingegen hat die Verständigung in der Regel sehr gut geklappt (auf Englisch). Die Einheimischen, bei denen ich des Öfteren mal unterkomme (Couchsurfing), sprechen jedoch in aller Regel gut Englisch, was ebenfalls eine große Hilfe darstellt.

Sehr beliebt sind außerdem beispielsweise Bilder-Wörterbücher.

Ist es hin und wieder frustrierend, sich nicht wie gewohnt ausdrücken zu können? Definitiv! Das Gefühl kenne ich gut. Hält es mich davon ab, weitere Länder zu bereisen, deren Landessprache ich nicht kann? Auf gar keinen Fall. Würde ich mich nicht trauen, englisch zu sprechen, dann hätte ich allerdings ein kleines Problem, denn es würde vermutlich recht einsam werden, so ohne gar niemanden zum Reden. Ich lege dir daher sehr ans Herz, dein Englisch etwas aufzufrischen. Ich weiß, nicht jeder lernt gerne Fremdsprachen, aber wenn ich dir nur ein Werkzeug empfehlen kann für deine Reisen, dann dieses: lerne Englisch. Es lohnt sich WIRKLICH und eröffnet dir so viele Möglichkeiten (beruflich, aber eben auch auf Reisen). Dadurch kommst du mit viel mehr Menschen (anderen Reisenden) in Kontakt und kannst viele intensive zwischenmenschliche Erfahrungen sammeln, die eine Reise so besonders machen.


Ich habe Flugangst

Hält deine Angst, in ein Flugzeug zu steigen und wortwörtlich den Boden unter deinen Füßen zu verlieren, dich davon ab, zu verreisen, gibt es mittlerweile auch hierfür eine passende Lösung: verschiedene Anbieter / Airlines bieten Seminare an, die ganz gezielt Flugangst angehen. Hier drei Beispiele:
Flugangst (Lufthansa)
Skycair
Flugvertrauen

Hätte ich Flugangst, würde ich auf jeden Fall auf ein solches Seminar hin sparen! Sollte dir momentan noch das nötige Kleingeld fehlen, hast du aber auch noch andere Optionen, deine Reise anzutreten: Fernreisebusse werden immer beliebter und günstiger. Und mit dem Zug kommst du nicht nur innerhalb Europas weiter (z.B. mit den super praktischen Interrail-Tickets, sondern sogar bis ins hinterste Asien (z.B. mit der transsibirischen Eisenbahn). Eine weitere Option ist ein Mietwagen, oder aber eine Mitfahrgelegeheit (z.B. BlablaCar).



Ich habe keine Zeit / zu viele Verpflichtungen

Wenn du bewusst reist, dann investierst du in dich selbst. In deine persönliche Weiterentwicklung. Es ist so ähnlich, wie wenn du ein Buch liest, um dich weiterzubilden. Ein Buch, das du an einem Stück liest. Oder gleich mehrere Bücher. Also, von der Zeit her. Was machst du an deinen Wochenenden? An deinen Urlaubstagen? Wann hast du mal Zeit für dich? Wann nimmst du dir Zeit für dich? Das ist, ganz unabhängig vom Reisen, enorm wichtig.

Du hast Kinder? Frage dich, ob sie bei den Großeltern oder beim anderen Elternteil bleiben können. Sind sie alt genug, können sie vielleicht auch schon alleine Urlaub machen (Reiturlaub, Freizeitcamp, etc.). Oder wie wäre es, wenn du sie mitnimmst? Viele Familien machen es bereits vor (auch hier: deine online-Suchmaschine bietet dir hierfür viele tolle Beispiele, wenn du die passenden Suchbegriffe eingibst).



Ich habe Ängste / psychische Erkrankungen

Hast du Ängste, die dich in deinem alltäglichen Leben beeinträchtigen oder sonstige psychische Leiden, lege ich dir sehr ans Herz, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Psychische Erkrankungen sind keineswegs ein grundsätzliches Hindernis für eine Reise. Du solltest dich in diesen Fällen jedoch ganz besonders gut darauf vorbereiten, deine Symptome und Auslöser wirklich sehr gut kennen – und, suche professionelle Hilfe auf! Die Herausforderungen einer Reise kommen auf deine alltäglichen Herausforderungen in aller Regel nämlich noch oben drauf!


Gibt es noch etwas, was dich vom Reisen abhält?

Lass es mich wissen und schreibe es in die Kommentare!


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